2. Regimentstreffen 2005

Am 12. Oktober 2002 fand hier, im vorzüglichen Veranstaltungszentrum “Zur Hasenheide”, unser erstes Treffen statt. Heute drei Jahre später versammeln sich wieder die einstigen Weggefährten des Küstenraketenregiments der Volksmarine.

Eröffnungsrede zum 2. Regimentstreffen am 08.10.2005

im Veranstaltungszentrum „Zur Hasenheide“ in Bentwisch bei Rostock

Herzlich willkommen, liebe Angehörige, liebe Ehepartner, Freunde und Bekannte.

Keiner der Anwesenden würde verstimmt sein, wenn ich die Rede des letzten Treffens in kopierter und angepasster Form hier vortragen würde. Viele Gedanken können übernommen und finden erst recht ihre wahrhaftige Bestätigung: Wir waren eine gute Truppe, sind es heute und werden es auch in Zukunft sein. Allein die heutige Anwesenheit von  fast 100 Angehörigen und Partnern beweist es. Auch viele neue, alte Gesichter sind heute das erste Mal dabei. Für viele von uns hat sich in den zurückliegenden drei Jahren viel ereignet. Die Zeit fliegt dahin. Wenn wir auch heute uns einig werden in drei oder 4 Jahren bestimmt wieder ein Treffen zu organisieren, so wird das, so hoffe ich doch, breite Zustimmung finden. Was ereignet sich aber in diesem Zeitraum zwischen den Treffen? An der uns allen wohlvertrauten Ostseeküste finden außer dem gelegentlichen Wiedersehen keine nennenswerten Aktivitäten statt, die in irgendeiner Weise an eine besondere Form des Truppenlebens erinnern. Man trifft sich in der Stadt, beim Einkauf; mancher wohnt noch heute in der gleichen Wohnung in Gelbensande, Rövershagen oder Ribnitz-Damgarten. Es gibt auch familiäre Freundschaften, die bis zum heutigen Tag anhalten. Ein zielgerichtetes Treffen an der einstigen Kampftechnik findet nur im Museum in Dresden statt. Gestattet mir kurz darüber zu berichten, was sich in den letzten Jahren im MHM Dresden – dem letzten Standort unserer ersten und letzten Startrampe ereignet hat. Unsere Gruppe ist größer geworden: Thomas Ulrich, Ralf Jedaschko, Thomas Kuplin, sowie Frank Suckow und Jochen Hoffmann ergänzen mit ihrem Fachwissen und ihrer Einsatzbereitschaft die Wartungsarbeiten an der Rampe. Es ist immer für uns ein Ereignis, wenn wir 1-2 mal im Jahr dort zusammenkommen, obwohl jeder manchmal andere Interessen, Verpflichtungen und Sorgen hat.

Es gab auch vom Museum her gravierende Einschnitte, die unsere ehrenamtliche Tätigkeiten fast zum Erliegen gebracht hätten. Ein ganzes Jahr lagen  nahezu die Arbeiten brach, weil Unregelmäßigkeiten, eigenwillige Aktionen sowie Manipulationen und Vorteilnahme im Museum und im Förderverein eine interne Revision des Bundesministeriums für Verteidigung zur Folge hatte, in dessen Sog wir schuldlos gezogen wurden. Gerade mit dem einen Museumsleiter, einem Marinemann, den Fahrplan für unsere Zusammenarbeit erfolgreich abgestimmt und mit viel Optimismus begonnen, so war jener Chef auch schon nach Hamburg versetzt. Der neue Leiter, ein Bayer, war vorsichtig und wollte kein Risiko eingehen. Nur durch unsere beständigen, fachlich-exzellenten Wartungseinsätze und der Vorführung einer funktionstüchtigen Startrampe am 4.10.2004 im Rahmen des Tages der offenen Albertstadt in Dresden konnten wir unter Beweis stellen, aus welchem Holz wir sind. Das Vertrauen wuchs. Unsere Tätigkeit wird anerkannt. So wurden feste Strukturen und Zuständigkeiten eingerichtet, auch für uns. Auch die leidlichen Fragen wie Unterbringung und materielle Sicherstellung sind jetzt geklärt. Wir haben  feste Jahrestermine, zu denen durch den Fachgebietsleiter Restaurierung des MHM Volkmar Stimpel, unserem Mann im Museum, alles organisiert und vorbereitet wird. Unser Ziel ist es im Sommer nächsten Jahres die Startrampe in einen paradeähnlichen Zustand zu bringen. Und das nicht nur äußerlich, sondern auch soweit wie möglich, systemseitig. Eine hohe Selbstverpflichtung, besonders vor uns selbst und dann erst vor dem Museum. Wer also mitmachen will, sollte seine Bereitschaft demnächst signalisieren. Ich werde alles unternehmen, damit wir unser Ziel erreichen.

Für die Wochenenden, an denen wir uns in Dresden getroffen und an der Startrampe gearbeitet haben, möchte ich mich nicht nur bei den Aktiven für ihre Einsatzbereitschaft und die persönlichen finanziellen Aufwendungen bedanken, sondern auch das Verständnis bei den Ehefrauen, Freundinnen und Familienangehörigen mit einer besonderen Dankbarkeit hier hervorheben.

An dieser Stelle möchte ich noch an zwei wichtige Momente erinnern, von denen der eine oder anderen erstmalig hört.

Erstens: Das MHM befindet sich mit allen seinen Ausstellungsräumen, Depots und seinem riesigen Fundus im kompletten Umbau. Der bekannte Architekt Daniel Libeskind rekonstruiert das ehemalige Königliche Sächsische Arsenal und Armeemuseum der DDR in einer eigenwilligen, ja nahezu aufsehenerregenden  Weise, das dem heutige Betrachter von Bauplan und Modell klar wird, hier entsteht bis zum Jahr 2008 etwas Besonderes – eine völlig neue Sehenswürdigkeit der Stadt Dresden mit magnetischer Anziehungskraft. Gern bin ich bereit für Interessenten heute Abend mehr darüber zu erzählen und an Hand von Materialien, die ich  mitgebracht habe, darzustellen. Sicherlich werden mich die Kameraden aus der Gruppe dabei unterstützen.

Zweitens: Als ich im September 1998 die Sonderausstellung Bundeswehr und NVA im Kalten Krieg 1960-1970 angeschaut habe, so standen mir während des Rundgangs die Nackenhaare zu Berge. In welcher doch bösen und angriffslustigen Armee wir alle gedient haben sollen und wie friedliebend und gut die „wahrhaftig deutsche“ Armee sei. Heute, da ich im Präsidium des Fördervereins dieses Museums freiwillig und ehrenamtlich tätig bin, sieht es mit der Darstellung der Militärhistorie ein klein bisschen anders aus. Das mir bekannte Konzept, welches selbst in der gegenwärtigen Interimsausstellung bis 2008 Einzug gehalten hat, stellt in ihren Vordergrund die Wertneutralität der Militärgeschichte, also das militärhistorische Erbe. Politische Gesichtspunkte und Traditionspflege sind Darstellungsobjekt und nicht Anliegen des Museums. Dieser rote Faden wird sich auch in den neuen Ausstellungsräumen wiederfinden. Das zukünftige Konzept wurde vom Büro Professor HG Merz erstellt und bestätigt. Mit einem derartig innovativen Ansatz in Architektur und Ausstellungsgestaltung ist zu erwarten, dass das MHM Dresden nach seinem Um- und Ausbau im Jahr 2008 künftige Generationen ansprechen und beeindrucken wird. Somit habe ich in meiner Funktion in diesem, einem Aufsichtsrat vergleichbaren Auditorium dieser Noch-Bundeswehrdienststelle einen nicht bescheidenen Einfluss auf konzeptionelle Ausrichtungen des gesamten Museums. Wer heute die Übergangsaustellung der Bundeswehr und der NVA oder die beeindruckende Sonderausstellung „Sachsen im Bombenkrieg-Zeitzeugnisse“ besucht hat, wird mir dem zustimmen.

Und genau diese zwei Momente, der augenscheinlich militärhistorische Wertewandel im Museum, die einhergehende grundlegende Rekonstruktion des Museumsgebäude und seiner zukünftigen konzeptionellen Ausrichtung nach internationalen Maßstäben sind  für die 12 Angehörigen der Dresdner Gruppe die Grundlage dafür, dass unsere letzte Startrampe vom Typ Rubesh ein funktionierendes highlight im Museum werden kann. Eine multimediale Umrahmung der Exponate sowie die Kombination mit  dem Vorläuferkomplex Sopka  sollen dafür sorgen, dass unsere Technik einen dauerhaften, vielleicht sogar exponierten Platz, im Museum erhalten. Die Weichen dafür sind gestellt, der Weg bis dahin ist noch lang.

Liebe Kameraden und Freunde, wenn ich in den letzten  Minuten über unsere letzte Startrampe und unsere Aktivitäten in Dresden gesprochen habe, so bleibt und ist sie ein Stück Eisen. Aber, es wird uns alle überleben, deshalb ein paar Worte mehr als gewohnt, denn eigentlich geht es doch um uns, die sich dafür aufopferungsbereit arrangieren und die sich heute aus dem Zusammengehörigkeitsgefühl zu dieser Truppe hier versammelt haben. Wir werden auch heute Abend Geschichte schreiben, die Chronologie auf unserer Homepage “www.kuestenraketen.de” fortsetzen. Wünschen wir uns zur Erreichung dieses Ziels viel Erfolg und Glück. In diesem Zusammenhang möchte ich an dieser Stelle besonders Torsten Winkler danken, der sich speziell um unsere Webseite im Internet kümmert, diese aktualisiert und auch jährlich finanziert. Wir sollten auf jeden Fall dieses Medium erhalten und ausbauen. Vielen Dank Torsten für Dein kreatives Zutun mit Deinem Freund, dem Webmaster Wilfried Keßler.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller Anwesenden schon im Voraus sehr herzlich bei den Organisatoren vor Ort, namentlich bei Frank und Elke Heuer bedanken. Ohne Ihr Zutun wäre auch das 2. Treffen genauso wenig vorstellbar wie das Erste vor 3 Jahren. Danke auch an das Team des Veranstaltungszentrums „An der Hasenheide“ einschließlich der gastronomischen und kulturellen Umrahmung.

In der Kürze liegt die Würze. Deshalb möchte ich die eröffnenden Worte hiermit abschließen. Einerseits sei mir gestattet zwischen Essen und Gemütlichkeit noch einmal das Wort für wenige Minuten zu ergreifen, um einige organisatorische Punkte anzusprechen sowie in einem bescheidenen Maße Werbung zu machen. Andererseits würde es alle Anwesenden erfreuen und für eine gewisse Abwechslung sorgen, wenn dieser oder jener Teilnehmer dieses Mikrofon ergreift und seine Gedanken uns kundtut.

Ich wünsche dem heutigen Treffen einen angenehmen und abwechslungsreichen Verlauf. Vielen Dank, liebe Freunde und Kameraden, für Euer Kommen und Eure Aufmerksamkeit.

  • Lassen Sie uns gemeinsam das Glas erheben und auf unser Wohl, auf unsere Gesundheit und für alles erdenklich Gute anstoßen!
  • Das Regimentstreffen 2005 ist damit offiziell eröffnet, das Büffet ebenfalls!
  • Zum Wohl und Guten Appetit! 
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