Presse

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Warum ich nie „WamS-Leser“ werden will?
Ein Bericht zur „unabhängigen“ Berichterstattung der Springer-Presse

 Gelegentlich bekommt man, in der Regel telefonisch, tatsächlich ganz tolle Zeitungsangebote. So auch von der „Welt am Sonntag“. Zehn Sonntagsausgaben, die im Normalfall 45 Euro kosten, zu sage und schreibe etwas über 11 Euro. Ist doch wahrhaftig ein Schnäppchen, wenn …

Ja, wenn da hinter nicht der Springer-Konzern als Meinungsmacher-Maschine stehen würde. Wenn die „Bild-Zeitung“ bei der täglichen Informationsverbreitung auf ihre ganz spezielle Art aufmacherisch, sensationell und es dabei mit dem Wahrheitsgehalt nicht immer so genau nimmt, so sollten die Beiträge in einer Sonntagszeitung eigentlich gut recherchiert und genauer ausfallen. Haben doch die Berichterstatter und die Redaktion eine ganze Woche Zeit alles und aus mehreren Perspektiven dem Leser zum Sonntagvormittag zu präsentieren. Dass das nicht so ist, mag folgendes Beispiel verdeutlichen mit dem ich mich in meinem Rentnerdasein aus militärhistorischer und geopolitischer Sicht beschäftige.

Der Beitrag auf der Titelseite und dessen Fortsetzung auf Seite 8 der Ausgabe vom 14.07.19 beinhaltet folgendes Thema:

Das Bezugsdokument aus der Fachzeitschrift „SIRIUS“

Diese einseitige Darstellung zur Thematik forderte mich zu einem Leserbrief heraus und siehe da er kam fast im Originalwortlaut eine Woche später zum Druck. Das ich nicht ganz mit meiner Meinung allein stehe, dokumentiert ein Gleichgesinnter aus Nienhagen.

Und nun, dachte ich mir, habe ich „eigentlich genug Negatives in der letzten Zeit von Russland in der WamS gelesen, müsste doch mal ein ähnliches Thema, vielleicht von der Gegenseite aufgegriffen werden.“ Weit gefehlt. In der WamS am Sonntag, den 28.07.19 wieder ein zielgerichteter Beitrag gegen die Politik und der aggressiven Einflussnahme Russlands auf verschiedene Regionen unserer Welt. Das Motto bei Springer, selbst bei einer angeblich seriösen Sonntagszeit: Immer auf ein und dieselbe Stelle, bis der Leser fest daran glaubt, dass das so sein muss.


Ich werde keinen weiteren Leserbrief verfassen. Es ist und bleibt geheuchelte Demokratie in den Massenmedien. Andere Menschen schwenken in solchen Momenten den Weg zur AfD ein. Das mache ich nicht, denn da unterliegt man auch einer unseriösen Medienpolitik. Ich werde deshalb diese Zeitung nun auch nicht mehr abonnieren, selbst wenn ich Geld im Werbeangebot noch ausgezahlt bekommen würde.

Anmerkung: Ich kann im Nachhinein verstehen, das schon aus reinen optischen Darstellungsgründen, wenn man zum Beispiel die gleiche Thematik aus U.S.-Sicht beschreiben würde, das gar nicht machbar wäre. Die Weltkarte würde allein schon an der Vielzahl der U.S.-Basen auf unserer Welt gesättigt sein, die Aktivitäten und weltweiten Einflussnahmen der U.S.A. hätten sich in einer Weltkarte nicht optisch darstellen lassen. Es wäre ein unübersichtlich und nicht mehr zu differenzierendes blaues Knäul von Einflussgebieten und Aktivitäten. Sicherlich war das der Hauptgrund, weshalb die Redaktion von einer übersichtlichen Darstellung, wie bei der Russland-Karte, Abstand genommen hat.