Die Volksmarine aus Sicht der U.S. Navy

Die Volksmarine aus Sicht der U.S. Navy-Vertretung in West-Berlin Quelle: Vertreter der US-Navy in Westberlin

Mit einem feierlichen militärischen Zeremoniell wurde am 29. Juli 1994 im Hauptquartier der amerikanischen Truppen in Berlin-Dahlem die Dienststelle der U.S. Navy geschlossen.
Sie hatte dort, wenig bekannt, 49 Jahre als Teil der U.S.-Besatzungstruppen bestanden. Die politische Entscheidung, mit sämtlichen Waffengattungen in der früheren Reichshauptstadt präsent zu sein und von dort aus Besatzungsrechte für Deutschland in den Grenzen von 1937 auszuüben, wurde von allen amerikanischen Nachkriegsregierungen getragen.
Der in West-Berlin stationierte Vertreter der U.S. Navy, in der Regel ein Fregattenkapitän, hatte stets zwei Funktionen: Er war als Teil der U.S.-Streitkräfte dem Stadtkommandanten beigeordnet und truppendienstlich dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Marine für Europa in London unterstellt. Als Verantwortlicher für den Nachrichtendienst der U.S. Navy in der Viersektorenstadt unterstand er dem Director of Naval Intelligence (DNI), also dem Chef des Marinenachrichtendienstes, in Washington. In dieser Funktion war er für die Beschaffung von Informationen aus dem anderen Deutschland und den früheren Ostgebieten zuständig. Der bei der Schließungszeremonie anwesende Vertreter des DNI hat in seiner Ansprache diesen Bereich besonders gewürdigt und damit zugleich die Erlaubnis erteilt, ihn öffentlich zu machen. Mein Kurzvortrag wird sich nur mit der nachrichtendienstlichen Seite der U.S. Navy in Berlin befassen, allerdings mit der Einschränkung, dass damit keine amtlich autorisierte Stellungnahme vorgetragen wird. Ich werde kurz auf die Vorgeschichte der U.S. Navy Dienststelle bis zur Mitte der 60er Jahre eingehen, um mich dann mit der Entwicklung der Volksmarine nach der Übernahme der dritten Generation von Kampfschiffen aus der Sowjetunion, am Ende des Jahres 1962, zu beschäftigen. Die Einbindung der Volksmarine in das Herrschaftssystem der DDR, ihr Kampfauftrag, die „Mission”, die Gliederung, Ausbildung und deren Einschätzung durch die U.S. Navy sollen folgen. Ein Resümee und ein paar persönliche Anmerkungen werden den Abschluss bilden.
Lassen Sie mich mit der Vorgeschichte der U.S. Navy in Berlin beginnen. Mit den ersten Besatzungstruppen zogen im Juli 1945 auch Angehörige des Nachrichtendienstes der U.S. Navy in Berlin ein. Sie bildeten bis Ende 1955 einen Teil der dem Commander Naval Forces Germany (CONMAVGER) unterstellten Einheiten und waren danach dem operativen Nachrichtendienst in unterschiedlichen Organisationsformen, meist aber als Unterabteilung einer Task Force, unterstellt.
Captain Arthur H. Graubart, der inzwischen einen legendären Ruf als Ziehvater der Naval Historical Group in Bremerhaven und Initiator der Neugründung der westdeutschen Marine besitzt, hat den Nachrichtendienst von Berlin aus aufgebaut. Er bediente sich dabei der Hilfe von ehemaligen Angehörigen der Kriegsmarine, früheren Mitarbeitern der Rüstungsindustrie und von sprachgewandten Kaufleuten. Es gab auch eine baltische Baronin aus der Abwehr des Admiral Canaris, deren Kenntnisse der russischen Mentalität und Sprache unerreicht blieben.
Die rund 6000 Zivilangestellten bei den Alliierten wurden aus Mitteln für die Besatzungskosten in Anlehnung an den Öffentlichen Dienst bezahlt, unterstanden deutschem Arbeitsrecht, waren aber dienstrechtlich der jeweiligen Beschäftigungsstreikraft unterstellt.
Unter den Bedingungen des geteilten Deutschlands, aber der offenen Grenze, gelang mit den nachrichtendienstlichen Mitteln dieser Zeit eine so umfassende Aufklärung der Seepolizei, VP-See und der Seestreitkräfte der NVA, dass Admiral Verner resigniert feststellen musste: “Der Klassenfeind weiß alles.” Richtig ist, dass er fast alles wusste. Von der Mitte der 60er Jahre an, als die Selbstisolierung der DDR endgültig wirksam wurde, stammten die Informationen über die Volksmarine, in der Tagesroutine East German Navy, EGN, genannt überwiegend aus offenen Quellen. Sie wurden ergänzt durch die aktuellen Erkundungen der Flotte und des Marinevertreters in der Potsdamer Militärmission, durch Flüchtlingsaussagen und den Austausch unter den westlichen Nachrichtendiensten. Da man davon ausgehen kann, dass rund 80 % aller von Nachrichtendiensten gesammelten Meldungen aus offen zugänglichen Quellen stammen, war diese Washingtoner Entscheidung verständlich. Mit hohem Personal- und Kostenaufwand, insbesondere durch den Einsatz moderner EDV- und Kommunikationsmittel, konnte so ein hinreichendes Wissen über die Volksmarine, die Seewirtschaft, die Infrastruktur der Nordbezirke, über die Forschung und Entwicklung und auf anderen Gebieten gewonnen werden. Diese Grunddaten, sogenanntes “raw inteffigence material”, wurde dann zur Auswertung an die U.S. Navy und an die übergeordneten Nachrichtendienste weitergeleitet. Von dort erfolgte ein “feed back”, eine Bewertung und spezielle Forderungen.
Egon Bahr hat in seinen Lebenserinnerungen “Zu meiner Zeit” einen weitergehenden Auftrag enthüllt. Bei seinen Verhandlungen über den Status von Berlin wurden die Nachrichtendienste der Sowjetunion und der USA eingeschaltet. Henry Kissinger verließ sich dabei auf den Apparat der U.S.Navy, weil er die eigentlich dafür zuständige Central Intelligence Agency (CIA) für nicht “dicht genug” hielt.
Bleibt die Frage zu stellen, warum sich die seit dem 2. Weltkrieg zur größten Seemacht der Geschichte aufgestiegene U.S. Navy für eine Küstenmarine in einem Binnenrandmeer des Atlantik interessierte. Die Verantwortung für das besiegte Deutschland wurde bereits erwähnt. Wichtiger war die Möglichkeit, die Volksmarine als nachrichtendienstliche Quelle für das sowjetische Vorbild zu nutzen. Die Organisation, Ausbildung und Waffentechnik der Volksmarine waren überwiegend sowjetischen Ursprungs, die operative Arbeit der Stäbe an der Roten Flotte orientiert. Die Kommandeure der Volksmarine hatten fast ausnahmslos sowjetische Militärakademien absolviert, ihre Führung entsprach also weitgehend dem Stil und Inhalt ihrer Lehrmeister. Es galt also Mosaiksteinchen für einen weltweit operierenden Nachrichtendienst zu beschaffen. Über die Kenntnis der Struktur der Volksmarine wurde auf diese Weise die Funktion eines Stabschefs in der sowjetischen Flotte geklärt, die Konstruktionstauchtiefe von Nuklear-U-Booten der ersten Generation über einen Leningrader Unterauftrag an das Wolgaster Institut für Schiffbau ermittelt und während der Kuba-Krise die Frage nach dem Aktionsradius der Torpedoschnellboote des Projekts 183, im Westen P-6 genannt, beantwortet. Beispiele diese Art ließen sich beliebig vermehren.
Ein weiterer Grund die Volksmarine im Auge zu behalten bestand darin, dass den Deutschen im Osten soviel innovative Tüchtigkeit zugetraut wurde, aus der “Russentechnik mehr herauszuholen als im Grundkonzept vorgesehen. Überraschungen dieser Art sollten nicht eintreten.
In der Dienststelle der Navy gab es ein Lagezimmer mit den Einrichtungen, die jedem Stabsoffizier geläufig sind. Auf einer großmaßstäblichen Seekarte der südwestlichen und mittleren Ostsee, die wegen der höheren Qualität vom SHD der DDR stammte, waren für die DDR-Küste die Territorialgewässer und die Grenze zwischen den Operationszonen der 1. und 4. Flottille auf der Höhe Darß-Moen eingetragen. Die Küstenbeobachtungsstationen von Barendorf bis zur Greifswalder Oie, die Stützpunkte der Flottillen und ihre Ausweichhäfen, der Bestand an Kampf- und Hilfsschiffen, Hubschraubern etc. in der “Naval Order of Battle”, der NOB. Ferner das Kommando in Rostock-Gehlsdorf, seine Führungsstelle in Tessin und alle anderen Einheiten und Einrichtungen, deren Aufzählung ich mir hier erspare. Dazu wurden die taktischen Zeichen der Volksmarine benutzt. Schautafeln und Graphiken demonstrierten die jeweils aktuelle Lage, Film- und Videogeräte erlaubten die Vorführung bewegter Bilder. Muster von Erzeugnissen der Militärpresse wurden ausgelegt. Lagevorträge wurden für hochrangige Militärs und Mandatsträger ausgearbeitet, dabei mit mehr oder weniger Schaueffekt gearbeitet. (Die Mai-Parade blieb hierfür beliebt, insbesondere das Vereinte Orchester der NVA im Stechschritt). In der Regel wurde nach der Erläuterung der Militärgeographie des Ostseeraums das Regierungssystem der DDR erklärt. Bei den Vertretern parlamentarischer Demokratien erzeugte die innige Verbindung von Partei- und Staatsmacht Beklemmungen. Ein Militär als Verteidigungsminister, der zugleich im Politbüro Sitz und Stimme hatte, verwies auf eine im Westen unbekannte Machtfülle. Wurde dann berichtet, daß der Chef der Volksmarine zugleich Stellvertreter des Ministers und Mitglied des Zentralkomitees der SED, damit in der Nomenklatur zwar etwas niedriger, aber eben doch mit erheblichem Einfluss auf die politische Willensbildung versehen war, konnte das schon nicht mehr überraschen. Perplex waren aber alle, wenn berichtet wurde, dass der Chef der Volksmarine im siebzigsten Lebensjahr stand und sein Amt seit 29 Jahren ausübte. Amerikaner, die fest an die Auffrischung durch Rotation glauben, konnten dies kaum fassen. Die Frage, ob durch die Vergreisung der Führung Frustrationen im nachrückenden Offizierskorps potenziert wurden, konnte nicht mit Sicherheit beantwortet werden. An “Obristenaufstände” in der Volksmarine glaubte jedoch kein Nachrichtenoffizier. Irritationen kamen auch auf, wenn die Frage nach der tatsächlichen Führung der Volksmarine angesprochen wurde. Das Organisationsdiagramm zeigte den Chef umgeben von sowjetischen Marineoffizieren als Vertreter des Warschauer Pakts, von der Politischen Verwaltung und den Vertretern des Ministeriums für Staatssicherheit in der Verwaltung 2000. Welche Rolle spielte der Militärrat? Wer bildete die erweiterte Leitung der Volksmarine? Eine befriedigende Antwort auf diese Frage hat es erst nach der Wende gegeben: Der Chef der Volksmarine führte ausschließlich nach den Weisungen des Ministers.
Mit Unverständnis wurde auch auf die Meldung reagiert, dass automatisierte Führungssysteme in der Volksmarine kaum vorhanden waren, die Entwicklung derartiger Anlagen um Generationen hinter vergleichbaren des Westens zurücklagen. Der damit verbundene Rückstand in der Reaktionsfähigkeit wurde mit Erleichterung registriert, alle Bemühungen zur Aufholung auf diesem Gebiet aber mit hoher Priorität verfolgt.
Weiteres Erstaunen rief die Durchdringung des Staatsapparates durch das Militär hervor. Die Hauptabteilung 1 in der Staatlichen Plankommission, beim Finanzminister und in allen wichtigen Industrieministerien erzeugten den Eindruck einer perfekten Militarisierung der Staatsgewalt und der Gesellschaft mit ihren ausgedehnten paramilitärischen Institutionen. Wurde die Frage der Finanzierbarkeit dieses Aufwandes angesprochen, musste auf den amtlich veröffentlichten Verteidigungsetat verwiesen werden. Allerdings wurde hinzugefügt, daß ein großer Teil der Rüstungsausgaben in anderen Etats versteckt waren. Ein Pro-Kopf-Vergleich der Rüstungsaufwendungen der DDR mit westlichen Staaten war wegen der Währungsumrechnung schwierig.
Die Darlegung der Aufgaben der Volksmarine war einfach. Dazu gab es vielfältige Stellungnahmen in amtlichen und propagandistischen Veröffentlichungen, an deren Wahrheitsgehalt kein Zweifel bestand. Die Volksmarine war eine in den Warschauer Vertrag eingebundene Koalitionsmarine zum Schutz der Küste der DDR und verfügte darüber hinaus über ein begrenztes Offensivpotential. Dafür sprach, dass die Masse der Kräfte nicht zentral vom Kommando geführt wurde und in der 1.und 4. Flottille für den Einsatz im Küstenvorfeld ausgerüstet und ausgebildet war. Die Unterstellung einer Landungsschiffbrigade unter die eine und einer Korvettenbrigade unter die andere Flottille änderte daran wenig. Allerdings wusste man, dass die Minensuch- und Räumschiffsverbände am Ende ihrer Verwendungsfähigkeit angekommen und Ersatz nicht in Sicht war. Ob zur Überwindung der Lücke, bis zur Indienststellung eines in der Entwicklung befindlichen schwachmagnetischen Küstenminensuchers an einen Import aus der SU gedacht war, blieb ungewiß. Die U-Jagdkomponente der Volksmarine war nach der Indienststellung der 16 Schiffe des Projekts 133. 1, der „Parchim“-Klasse, relativ modern. Ob der auf diesen Schiffen mitgeführte U-Jagdtorpedo tatsächlich über Flachwassereigenschaften verfügen würde, wurde bezweifelt. Ein Schwachpunkt war mit Sicherheit die aus der SU gelieferte Antriebsanlage. Es wurde auch bekannt, dass der Export einer waffentechnisch stark verbesserten “Parchim” an die Baltische Flotte zu Diskussionen über den Stellenwert der Waffenbrüderschaft geführt hatte. In einem häufig verwendeten Videofilm über die Landungsschiffe des Projekts 108, der “Frosch l”-Klasse, überzeugte die moderne Konstruktion und Bewaffnung dieses Schiffstyps. Wurde nach der dafür nötigen Marineinfanterie gefragt, musste berichtet werden, dass ihre Aufstellung an der Teilstreitkräfterivalität mit der Armee gescheitert war. Ein an der Küste stationiertes Mot.-Schützenregiment hatte die Aufgabe zu übernehmen. Noch größer war das Erstaunen, wenn nach den Marinefliegern gefragt wurde. Viele der Flagg- und Stabsoffiziere waren mit dem Dilemma der Kriegsmarine vertraut, die ohne eigene Fliegerverbände in den 2. Weltkrieg eintrat, weil Göring das Luftwaffenmonopol für sich beansprucht hatte. Eine Wiederholung dieses Fehlers hielt man für ausgeschlossen. Als überzeugte Vertreter des „Seekriegs aus der Luft”, wurde deshalb die Überlebenschance der Kräfte der Volksmarine niedrig angesetzt. Die Zuführung des Jagdbombergeschwaders 28 mit 20 Maschinen des Typs SU-22 M4 kam spät und bis zur Wende blieb unklar, ob dieser Typ Punktzielwaffen, Seezielraketen oder sogar Marschflugkörper hätte einsetzen können. Die U-Jagd- und Minenräumkapazität des Hubschraubergeschwaders 18 wurde, beim Fehlen eines ausreichenden Luftschirms, ebenfalls skeptisch beurteilt.
Mit großer Besorgnis reagierte man dagegen auf die Übernahme des Küstenraketensystems “Rubesh”. Es war vor allen Dingen nicht gleich bekannt, welche qualitativen Verbesserungen die an die DDR gelieferte Variante besaß. Seit dem Golfkrieg, wo ähnliche Raketen chinesischer Herkunft ein besonderes Bedrohungspotential dargestellt hatten, war man an der vollständigen Aufklärung dieses Waffensystems stark interessiert. Vollständig ist dies aber erst nach der Wende auf dem Testgelände am Patuxent River in der Nähe von Washington geglückt. Dort ist auch ein Kleines Raketenschiff des Projekts 1241 Ä (“Tarantul”) ausgiebig mit unterschiedlichen Ergebnissen erprobt worden.
Das Offensivpotential der Volksmarine wurde in den Vorträgen breiter vorgestellt. Seit der
Einführung der Raketenschnellboote des Projekts 205 (” OSA-1″), der großen
Torpedoschnellboote des Projekts 206 („Shershen”) sowie der kleinen TS-Boote der „Iltis“- und “Libelle”-Klasse sowie den später hinzugekommenen Kleinen Raketenschiffen des Projekts 1241Ä, galt das besondere Interesse dieser Flottille. Auf der Bug-Halbinsel hatte sich eine elitäre Truppe von Schnellbootsfahrern und Raketenspezialisten herausgebildet. Die Zuführung der Raketenschnellboote hatte Ende 1962 unter großer Geheimhaltung begonnen. Sie wurden im Nordhafen von Peenemünde versteckt und waren doch schon vor ihrem Eintreffen in der DDR aufgeklärt. Die Führung der Volksmarine hätte also den Besatzungen die Unbequemlichkeiten ersparen können, die mit der Geheimnistuerei verbunden waren. Seit dem Elath-Zwischenfall wusste man von der Wirksamkeit der “Styx”-Rakete, die im Osten P15 genannt wurde. Keine der NATO-Marinen besaß zu dieser Zeit eine vergleichbare Waffe. Das Unbehagen darüber in der Bundesmarine hat Admiral Ciliax in einem Aufsatz für das MGFA beschrieben. Hinzu kam, dass man von einem hohen Grad an technischer Zuverlässigkeit bei diesen Raketen in deutscher Hand ausging. Der Parole: “Jede Rakete ein Treffer” wurde Glauben geschenkt und alle Anstrengungen unternommen, die P- 15 und ihre Nachfolgemuster P-21 /P-22 aufzuklären. Auch dieses Unternehmen war erfolgreich. Sorgen bereiteten Meldungen, dass mit großem Aufwand in der Akademie der Wissenschaften und in einigen Industriekombinaten an der Entwicklung einer modernen Schiff-Schiff-Rakete gearbeitet wurde. Zeiss Jena wurde zugetraut, einen auf der Höhe der technischen Entwicklung im Westen stehenden Zielsuchkopf zu bauen. Das für diese Raketen bestimmte Boot des Projekts 151, in der NATO als BALCOM 10 (Baltic Combatant 10) bekannt, wäre ein Angriffsmittel neuer Qualität geworden, dessen Einführung bei der Volksmarine und dessen Export in die Warschauer Pakt-Staaten oder sogar nach Kuba und Vietnam Probleme bereitet hätte. Das Vorhaben ist an der wirtschaftlichen Misere in der DDR und an der Nichteinhaltung von Zusagen der sowjetischen Seite gescheitert. Es hat zugleich die Grenzen aufgezeigt, die der Rüstungsindustrie der DDR in den 80er Jahren gesetzt waren