Küstenraketenkomplex BAL-Ä

Der Küstenraketenkomplex “BAL-Ä”, mit dem Aufklärungs- und Führungskomplex “Monolith-B”

Die Auflösung der UdSSR war ein epochal einschneidender Vorgang in der Existenz aller ehemaligen 16 Sowjetrepubliken. Auch die Russische Föderation als die größte und dominierende Republik kämpfte in den neunziger Jahren ums Überleben. Sie hatte selbst in den Jahren ihres höchsten Entwicklungsstandes in den siebziger Jahren immer schon Probleme Konsumgüter wie PKW, Kühlschränke, Waschmaschinen oder Ähnliches herzustellen, die sich im Standard, Qualität und im Preisleistungsverhältnis auf dem internationalen Weltmarkt hätten messen können. Bei Raketen, Flugzeugen und Atom-Ubooten sah das schon anders aus.
Welche Bedingungen aber in Forschung und Entwicklung von modernen Rüstungsgütern gerade in den Jahren des Zerfalls der Sowjetunion herrschten, darüber haben nur die wenigsten auch nur eine annähernde Vorstellung. Aber gerade zu dieser Zeit entstanden die Raketen und Trägermittel über, die wir hier im Weiteren berichten. So wurde die Zeit der grassierenden Stagnation und des „Daniederliegens” der Gesamtwirtschaft Russlands gerade in diesem Bereich eine Zeit des Reifens und des Heranwachsens. Die geistigen und wissenschaftlich-theoretischen Arbeiten in der Zeit, der wahrhaft eingeschränkten Bedingungen, schafften unvorstellbare, nützliche Voraussetzungen, bis sich die materiell-ökonomischen Produktionsbedingungen besserten und Kriegsgerät produziert werden konnte, das bisher seines Gleichen sucht.
Zur Sankt Petersburger Messe 2013 konnten unsere Freunde Holger Neidel und Egbert Lembke erstmalig den neuen Küstenraketenkomplex „Bal” mit der Antischiffsrakete „Uran” im Komplex und als Originalfahrzeuge begutachten (siehe Fotos). Dieser und weitere neue Küstenraketenkomplexe („Bastion” und „Klub”) befinden sich nicht nur in den verschiedenen russischen Seekriegsflotten, sondern wurden auch an verschiedene Staaten exportiert (siehe Video der syrischen Seekriegsflotte).
In der zweiten Hälfte des Films „Raketenbastion“ (auf unserer Webseite unter der Rubrik „Geschichte“), wird dieser Moment besonders anschaulich dargestellt.

Egbert Lemke und Holger Neidel zusammen mit dem Stellvertretenden Direktor des Herstellers, Vladimir Litviov (Mitte) aus dem Jahr 2013.
“Die erste Frage von ihm war, ob wir den Komplex kaufen möchten. Diese haben wir erst einmal bejaht.” (Holger Neidel)

 


Nachzulesen auch hier: 

Der Raketenkomplex, BAL-Ä zum Anfassen.


Bildrechte: Egbert Lemke & Holger Neidel

Die Autoren des Buches “Raketen über See” (erschienen im Juli 2008), auf Informationssuche zu Neuentwicklungen russischer Seezielraketen im Jahr 2011 im Gespräch mit dem Chefkonstrukteur der “Uran X-35 Ä“, Nikolai Wassiljew.
Bildrechte: Egbert Lemke & Holger Neidel