China

Die maritimen Raketenprojekte der Volksrepublik China

Zur Thematik „Geopolitik China“ kann problemlos eine umfangreiche Internetseite gefüllt werden. Bei unseren Betrachtungen werden wir letztendlich immer zum Thema Seezielraketen und Küstenraketenkräfte zurückkehren. Aber ganz ohne eine geostrategische Einbettung durch einen minimalistischen Quellen- und Literaturbezug wird der Gesamtzusammenhang nur unvollständig verstanden.

Die tieffliegenden Marschflugkörper der chinesischen Marine zur Seezielbekämpfung, sollen angreifende, seegestützte Gegner schon auf weite Entfernungen vor der Küste bekämpfen und abwehren. Die hier vorgestellten Raketen, unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Reichweite, Flughöhe und Vernichtungspotenzial. Alle können mitlerweile von unterschiedlichen Trägersystemen zum Einsatz gebracht werden.
Die Entwicklung der chinesischen Seeziehlraketen hat, laut der Zeitschrift “Europäische Sicherheit & Technik” einen ganz besonderen Sinn. Dieter Stockfisch schreibt in der Ausgabe Juni 2018 auf Seite 39: “China hat seinen Anspruch auf die Vormachtstellung im Südchinesischen Meer deutlich mit militärischen Mitteln unterstrichen…”  Lesen Sie hier

Auch die Autoren des Buches „DER ROTE STERN ÜBER DEM PAZIFIK, Toshi Yoshihara und James R. Holmes haben die Entwicklungen der chinesischen Flotte und deren zukünftige Aufgaben erkannt und veröffentlichten schon im Oktober 2011 ihr wissenschaftlich untermauertes Werk.

Laut der Veröffentlichung von Spiegel-Online, mit Quelle BBC, handelt es sich bei der Erweiterung der chinesischen Überwachungsgebiete im südchinesischen Meer um die, auf dieser Karte dargestellten Inseln und Atolle.

Die sogenannte neue Seidenstraße führt von China durch das südchinesische Meer, den Indischen Ozean, durch den Suezkanal ins Mittelmeer und damit auch nach Europa. Wer sich diesen Transportweg einmal anschaut, wird feststellen, warum die Volksrepublik China “ihre“ vorgelagerten Inseln und Atolle militärisch ausbaut. Dazu kommt noch der zurzeit einzige chinesische Militärstützpunkt in einem fremden Land, Djibouti. Die einzige Schlussfolgerung, die man aus dem militärischen Ausbau der chinesischen Marine ziehen kann, ist der Schutz der eigenen Schifffahrtswege zur Gewährleistung des Absatzes chinesischer Exportgüter.

Hier nur zum Vergleich, in welchen Ländern die USA Militärbasen unterhalten.Quelle beider Grafiken: https://www.siper.ch/frieden/infografiken/

Die C-802 ist die Exportversion der chinesischen Anti-Schiffsrakete YJ-2, NATO-Bezeichnung CSS-N-8 “Saccade”. Erstmals wurde diese Rakete 1989 von der China Haiying Electro Mechanical Technology Academy (CHETA), auch bekannt als The Third Academy vorgestellt. Aufgrund der niedrigen Funkmess-Reflexion der Rakete, der geringen Flughöhe im Endanflug (fünf bis sieben Meter über der Meeresoberfläche) und der starken Stabilität ihres Lenksystems ist die Rakete in der Lage die Schiffsverteidigung zu durchdringen. Die Einzelschuss-Trefferwahrscheinlichkeit wird mit 90% (inoffiziell 98%) angegeben. Die YJ-2 kann von Flugzeugen, Überwasserschiffen, U-Booten und Landfahrzeugen gestartet werden.