Hauptinspektion August 1987

Die Inspektion des Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) im KRR-18 vom
11.- 14.August 1987

Einleitung

Um dieses Thema zu behandeln, erfordert es, heute mehr als  drei Jahrzehnte danach, sich in die Situation des Ausbildungsjahres 1986/87 hineinzuversetzen und sich auch dem damaligen militärischen Sprachgebrauch wieder zu vergegenwärtigen. 

Der Stellen- und Ausrüstungsplan (STAN-90) trat in Kraft. Wesentliche Verbesserung war die Auflösung der RTA im Regiment und die Bildung zweier Raketentechnischer Batterien, die in einer mobilen Variante den KRA zugeordnet wurden. Das stand alles im Plan, faktisch liefen die Auffüllung- und Ausrüstungsprozesse eher zögerlich ab. Weiterhin sah dieser Plan die Erhöhung der Instandsetzungs- und Wartungskapazitäten im Bereich Raketenbewaffnung und Kfz vor. Denn im Jahr 1986 begannen sich die Ausfälle gerade in diesen beiden Bereichen zu häufen. Dem KRR-18 muss für die gesamte Zeit seiner Existenz hoch anerkannt werden, dass es die überwiegenden Reparaturen ihrer Hauptbewaffnung (SSR und Kfz) in Eigenregie bewältigt hat. Das gab es so in keinem vergleichbaren Truppenteil der NVA. Die weiteren personellen und technischen Auffüllungen gemäß STAN-90 streckten sich über das gesamte Ausbildungsjahr (AJ) nun schon im dritten Jahr der Existenz des Truppenteils. Im Januar und Februar 1987 erforderte die extreme Wetterlage an der Ostseeküste auch den Einsatz von 150 Angehörigen des KRR im gesamten Gebiet der umliegenden Gemeinden zur Versorgung der Bevölkerung. Kaum war die Situation überstanden, schon standen die permanenten Kontrollen, Überprüfungen und sogar eine Inspektion an. Hier ein Ausschnitt: Im März 1987 die Gesamtkontrolle des CVM, danach die Überprüfung der Gefechtsbereitschaft durch das MfNV „Wellenschlag-87“, im Mai startete eine umfassende Mobilmachungsübung auch im KRR. Es folgte der 5. RSA im Juni 1987 und gleich danach die Überprüfung der Stoßkräfte der VM „Synchron-87“. Als Höhepunkt des AJ – die Inspektion durch das MfNV. Sie wird im Weiteren der Hauptbetrachtungsgegenstand dieses Kapitels sein. Zu allen vorangegangenen Kontrollen und Überprüfung sei festzustellen, dass die in den Auswerteberichten aufgeführten Aufgabenstellungen sehr umfangreich aufgelistet und deren Abarbeitung rein zeitlich oft nicht zu schaffen war. Aufgrund der Fülle wurde auch dieses oder jenes ignoriert. Zu jeder Zeit war auch immer der GD sicherzustellen, der mit seinen spezifischen Anforderungen und Einschränkungen den Truppendienst auch nicht leichter machte. 

Warum eine Fülle von Vorkontrollen in Vorbereitung einer Inspektion des Ministeriums durch den direkten Vorgesetzten (CVM) „gang und gäbe“ sind, ist nur allzu verständlich:

Sind die Ergebnisse der Inspektion die Note 1 oder 2 – gilt folgender Grundsatz: „… gut, dass Ihr alles berücksichtigt habt, was wir Euch vorab gesagt haben…“

Sind die Ergebnisse der Inspektion die Note 3 und schlechter „… Ihr habt nicht das gemacht, was wir Euch in Vorbereitung gesagt haben …“

Siehe dazu auch die ausführlichen Ausführungen des Kommandeurs des KRR-18, Kapitän zur See Lothar Schmidt, im Buch Die Küstenraketentruppen der Volksmarine – Geschichte und Geschichten“ auf den Seiten 302 bis 316 oder folge diesem Link

Der Auskunftsbericht

Bei jeder Inspektion hat der zuständige Kommandeur des Truppenteils, Verbandes oder Militärbezirks einen detaillierten Auskunftsbericht schriftlich zu erarbeiten und dem Leiter der Inspektionsgruppe, hier im konkreten Fall dem Generalmajor Käseberg, vorzutragen. Ich habe diesen Bericht im Militärarchiv in Freiburg eingesehen und eine Fotokopie dieser 16 Seiten angefertigt. Nur der engste Führungskreis des KRR-18 kennt diesen Auskunftsbericht. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass alle ehemaligen Angehörigen unserer Truppe und selbstverständlich auch alle Interessenten einen Einblick bekommen, wobei Letztere sich sehr schwer vorstellen können, welche Arbeit und Leistungen hinter den einzelnen Punkten des Auskunftsberichts stehen. Das wissen nur diejenigen, die zu dieser Zeit jemals an einer Inspektion des MfNV teilgenommen haben. Lesen und blättern sie nun in der Meldung des Kommandeurs des KRR-18 Kapitäns zur See Lothar Schmidt:

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