Parade 1989

Die Teilnahme der KRT an der Ehrenparade der NVA anlässlich des 40. Jahrestag der DDR 1989
Ein Bericht von Kapitän zur See a.D. Dr. Joachim Dix

Der folgende Auszug ist Bestandteil des Gesamtberichtes des 2. Kommandeurs des Küstenraketenregiments 18, Kapitän zur See Dr. Joachim Dix. Er wird durch Zusätze von Fregattenkapitän Klaus-Peter Gödde ergänzt und mit der Filmsequenz des Vorbeimarsches der an der Parade 1989 teilnehmenden Kräfte und Mittel des KRR-18 visuell bereichert. Denn 1984 konnten aus unterschiedlichen Gründen keine Videoaufnahmen gemacht werden, da es außer dem DDR-Fernsehendiesem, den 2-3 zugelassenen Journalisten und Fotografen der VM und den Kräften der Politabteilung des Kommandos der VM nur eingeschränkte Möglichkeiten gab diese Momente optisch festzuhalten. Auch die Geheimhaltung spielte zu dieser Zeit eine noch sehr dominierende Rolle. Deshalb hat Kapitän zur See Lothar Schmidt sehr ausführlich in seinem Bericht die Teilnahme der KRT 1984 weitestgehend nur schriftlich festgehalten und mit ein paar Fotos dokumentiert.
So wie 1984 war die Teilnahme des KRR-18 an der Militärparade 1989 auch ein Bestandteil des Ausbildungsjahres 1988/89 und deswegen ist auch dieser Höhepunkt einzubetten in die Vielzahl von Aufgaben, die das KRR-18 zu erfüllen hatte.

Lassen wir nun Kapitän zur See a.D. Dr. Dix berichten:

Im Februar 1989 erhielt ich bereits die Mitteilung, dass wir mit fünf mobilen Startrampen, fünf Nachladefahrzeugen und zwei Führungsfahrzeugen an der Militärparade am 7.Oktober in Berlin teilzunehmen haben. Sowohl die mobilen Startrampen als auch die Nachladefahrzeuge haben Raketen mitzuführen. Dies war eine Aufgabe, die vorher nicht geplant war. Es begann eine umfangreiche Vorbereitung, besonders der teilnehmenden Technik. Als teilnehmende Einheit wurde die 1.Küstenraketenabteilung unter Führung ihres Kommandeurs, Korvettenkapitän Wolfgang Domigalle, durch mich festgelegt.

Somit war auch der 7. Raketenschießabschnitt „Geschichte“. Nun galt es alle Anstrengungen der weiteren Vorbereitung und Durchführung der Militärparade durch die 1. Küstenraketenabteilung (KRA) zu unternehmen. Um die Vorbereitung der Paradetechnik bis hin zur Farbgestaltung (Tarnanstrich) zu gewährleisten, beauftragte ich den Stellvertreter für Technik und Ausrüstung, Fregattenkapitän Jürgen Galda, mit dieser Aufgabe. Jürgen Galda war ein pfiffiger und hochqualifizierter Offizier. Es gab auf seinem Spezialgebiet nichts, was er nicht konnte. Er war ein „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“. Ich wusste, auf ihn kann ich mich 100%-ig verlassen – und so war es auch!
Die 1. KRA verlegte am 11. September 1989 in ein riesiges Feldlager nach Paaren am Autobahnabschnitt 149 auf dem Berliner Ring, wo die gesamte teilnehmende Radtechnik der NVA an der Parade untergebracht war. Für die täglichen Trainings war ein Autobahnabschnitt abgesperrt. Auch ich habe mit meinen Führungsfahrzeug an diesen Trainings teilgenommen. Gleichzeitig lief aber auch die Vorbereitung des Ministerbesuches in unserer Dienststelle, so dass ich zwischen Paradetraining und Vorbereitung Ministerbesuch ständig zwischen Autobahn und Schwarzenpfost hin- und her pendelte.
Nach Abschluss der Trainings auf der Autobahn, verlegte die 1. KRA nach Lehnitz, in eine Dienststelle der Landstreitkräfte. In diesem Objekt wurde die gesamte Paradetechnik, vor allem farbtechnisch, vorbereitet. Nach Abschluss dieser Arbeiten, die einige Tage in Anspruch nahmen, verlegte die 1. KRA nach Biesdorf, ebenfalls eine Dienststelle der Landstreitkräfte. Nun begann die unmittelbare Paradevorbereitung. Es folgten u.a. nächtliche Paradetrainings in Berlin.
Am 7. Oktober 1989 pünktlich um 10:00 Uhr begann die Militärparade in Berlin. Nach der Meldung des Kommandierenden der Paradetruppen, Generaloberst Stechbart, Chef der Landstreitkräfte, an den Minister für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Keßler, begann der Vorbeimarsch der Fußtruppen (Marschblöcke der Teilstreitkräfte der NVA und Grenztruppen) und danach der technischen (motorisierten) Einheiten vorbei an der Ehrentribüne. Unser Truppenteil war der Vorletzte. Alles verlief exakt und ohne Vorkommnisse.

Nach dem Vorbeimarsch ging es sofort wieder nach Biesdorf. Ich meldete mich telefonisch beim Operativen Diensthabenden der Volksmarine und bat um weitere Order. Ich erhielt den Befehl um 19:00 Uhr am 7. Oktober 1989 in einer Marschkolonne ohne Unterbrechung über die Autobahn in Richtung Rostock nach Schwarzenpfost zu verlegen. Das war schon sonderbar, dachte ich so bei mir, aber es wird schon seine Richtigkeit haben. Im Nachhinein erfuhren wir natürlich den Grund dafür. Es begann die friedliche Revolution in der DDR! Mit dem Eintreffen in unserem Objekt war auch diese Aufgabe „Geschichte“!

Fregattenkapitän Gödde hat in seinem Buch „Eine Elite-Einheit der NVA rüstet ab“ im Kapitel „Der letzte Jahrestag der DDR, Die Militärparade“ seine Gedanken zu diesem Ereignis ausführlich niedergeschrieben. Jeder kann das unter diesem Link nochmals nachlesen. Da wir nun das Internet haben, besteht auch die Möglichkeit alle verfügbaren Fotos, die in unserer Truppe von der letzten Militärparade der NVA vorhanden waren, im Bild für die Nachwelt festzuhalten.

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Achtung!

Da 1989 private Bildaufnahmen in der NVA nicht mehr ganz so sehr streng eingeschränkt waren wie zum Beispiel zur Parade 1984, ist es nicht auszuschließen, dass der eine oder andere bei sich noch private Aufnahmen besitzt, die wir gern mit in diese Galerie aufnehmen wollen.

 

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