Im Regiment nebenan

“Eine Elite-Einheit der NVA rüstet ab” Im Regiment nebenan

Wenn die Küstenraketentruppen der ehemaligen Volksmarine auf Grund ihrer für die Bundesmarine andersgearteten Hauptbewaffnung zu einem Lieblings- und Vorzeigeobjekt avancierten (trotz Nichtweiterverwendbarkeit) und sich dazu einige Interessenten aus unterschiedlichen Gründen um diese Waffengattung bemühten, möchte ich im folgenden über einen Besuch berichten, bei dem wir die Bewaffnung, Kampftechnik einer völlig anderen Teilstreitkraft besichtigen und anfassen durften.

Und nicht nur das, wir lernten einander näher kennen und erlebten die letzten Momente eines unmittelbar vor der Verlegung stehenden Verbandes, jeder auf seine Weise. Es geht um den Besuch eines Luftwaffenverbandes der ehemaligen sowjetischen Luftverteidigungskräfte in Ribnitz-Damgarten. Und so fing alles an: Die Unterstützungsgruppe löste diese Aktion aus.

In vielen Gesprächen äußerten die Mitglieder den Wunsch, eine noch in den neuen Bundesländern dislozierte sowjetische Kampfeinheit zu besuchen, die sich gemäß der Vereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen Sowjetunion auf ihren Abzug in ihre Heimat vorbereitete.

Früher existierten Waffenbrüderschaftsbeziehungen zum »Regiment nebenan«, zu einem Fla-Raketenbataillon. Im Rahmen der Wiedervereinigung schliefen sie aus erklärbaren Gründen ein.

Diesmal jedoch baten mich nun die Westdeutschen, einen Termin zum Kennenlernen mit den Sowjets zu vereinbaren. Natürlich wollten sie nicht die einst bestehenden Beziehungen wieder auffrischen, nein, sie hatten nur den Wunsch, einem sowjetischen Offizier die Hand zu geben und sich mit ihm zu unterhalten. Mag es Neugier gewesen sein oder auch nur das selbstverständliche Verlangen, seinen im Territorium stationierten Nachbarn kennenzulernen. Lange warten konnten wir nicht, denn die Bundeswehroffiziere wollten ja noch Kampftechnik und echte Soldaten kennenlernen und nicht vor leergeräumten Panzerhallen oder auf einem flohmarktähnlichen Kasernenhof stehen.

Ich entschloss mich, zur Gvardejskoje Aviazijonnoje Sojedinenije-16 48 zu fahren. So stand ich vor dem Tor der Kaserne, in der ich schon einmal mit meiner Frau zu Gast bei einem jungen Ehepaar war. Er war ein junger Oberleutnant, sie hatte meine Frau als Kundin in ihrem Modegeschäft kennengelernt. Durch die Vorbereitung der Rückverlegung in die Sowjetunion hatten wir uns aus den Augen verloren.

Diesmal also stand ich in Uniform der Bundesmarine an der Wache. Es dauerte sehr lange, bis sich etwas tat. Zu mir ins Auto stieg nach ungefähr einer Viertelstunde ein Wachsoldat, und wir fuhren bis zum Stabsgebäude der Division.

Dort teilte man mir mit, daß momentan kein »Entscheider« anwesend sei. Wir vereinbarten einen neuen Termin. Langsam kommt man auch zum Ziel, dachte ich, setzte mich wieder ins Auto und fuhr zurück ins zehn Kilometer entfernte Schwarzenpfost. In sowjetische Dienststellen in Uniform hineinzukommen, ist gar nicht so einfach, in Zivil ist es oft kein Problem. Da geht man einfach in Begleitung durch und spricht ein bisschen Russisch.

Oft hatten wir das praktiziert, wenn wir in sowjetischen Garnisonen privat Freunde besuchten oder in die Sauna gingen. Ich merkte auch, daß die hohen russischen Militärs von ihrer gewissen Überheblichkeit noch nicht viel verloren hatten. Sie meinten, selbst bis zu den letzten Tagen der Stationierung die großen Chefs zu sein.

Ich nahm einen zweiten Anlauf. Diesmal klappte es, und ich konnte dem Divisionskommandeur mein Anliegen vortragen, dieser stimmte zu, und wir vereinbarten den 17. Januar 1991 für den Besuch.

Zu fünft rollten wir mit dem VW-Bus nach Damgarten. Ein bisschen aufgeregt waren Kapitän Linde, Kapitän Eicke, Oberbootsmann Radtke und Regierungsoberinspektor Knuth schon. Denn es war nicht alltäglich, was wir an diesem Januartag vorhatten.

Die sowjetische Seite hätte von sich aus niemals den ersten Schritt getan, um sich den ehemaligen Gegnern zu präsentieren. Wenn diese Barriere überwunden war, gab es außer der üblichen militärischen Geheimhaltung von beiden Seiten keine weiteren Hemmschwellen. So war es auch bei uns.

Ohne große Vorreden fuhren wir dem Fahrzeug hinterher, das uns der Kommandeur entgegengeschickt hatte und stoppten nach schneller Fahrt durch die nicht kleine Dienststelle neben einer großen Flugzeughalle. Vor dieser stand, zur Besichtigung vorbereitet, eine MIG-29 (NATO-Bezeichnung FULCRUM). Kapitän Lindes Augen wurden immer größer. Als ehemaliger Marineflieger saß er bald, ohne große Umschweife, im Cockpit dieses erstklassigen Jagdflugzeuges. Ich übersetzte das sofort einsetzende Frage-Antwort-Spiel. Auch die anderen zeigten sich von diesem Flugzeugtyp sehr beeindruckt. Erst als alle Fragen beantwortet waren, ging es weiter ins Traditionskabinett des 16. Gardeluftwaffenverbandes. Dies bestand aus mehreren kleinen, miteinander verbundenen Räumen. Wie in einer Ausstellung führte man uns von Exponat zu Exponat. Auf einer illustrierten Karte war der »Kampfweg« der 16. Gardeluftwaffendivision dargestellt, also die Geschichte des Verbandes.

Aufgestellt in Sibirien, in der Nähe von Omsk, Anfang 1943, trat er von da aus seinen Siegeszug gegen Hitlerdeutschland in Richtung Westen an. Nicht weil die »Russen« nach dem Sieg den Kalten Krieg beginnen wollten, sondern weil das faschistische Deutschland die Sowjetunion überfallen hatte. In vielen Gesprächen mit westdeutschen Militärs hatte ich nicht selten den Eindruck, daß diese historische Wahrheit in Vergessenheit geraten und nur die permanente Bedrohung seitens der Sowjets übriggeblieben war.

In dem Museum sahen wir die unterschiedlichsten Ausstellungsstücke: Pokale, Porträts von Fliegern der 1. Klasse und Helden der Sowjetunion, die in dieser Division gedient und auch ihr Leben gelassen hatten. Daneben hingen an den Wänden Gemälde, Wandteppiche mit und ohne Abbildungen von Lenin, standen unterschiedliche Flugzeug- und Schiffsmodelle, Teile von Waffen mit historischen oder gefechtsmäßigen Hintergründen sowie Fahnen und Banner.

An einem großen Schaubild verharrten die Bundeswehroffiziere länger als gewöhnlich. Auf einer Landkarte sahen sie die Nahtstelle zwischen den beiden Paktsystemen im nördlichen Bereich. Fotos zeigten abgeschossene Sport- und Aufklärungsflugzeuge und kurze Texte gaben detailliert Auskunft, wie es zum Abschuss oder zur Notlandung an dieser Grenze gekommen war. Schockierend für die westdeutschen Offiziere. Für mich war es nichts Neues. Wer die damals bestehende Grenze verletzte, musste damit rechnen, zur Landung gezwungen, im Extremfall abgeschossen zu werden. Ich merkte, wie verstört diese Berufssoldaten in den folgenden Minuten waren. Daß diese Verfahrensweise militärische Aktivitäten verhinderte, wollten meine Gäste nicht so sehen.

Seit dieser Zeit hat sich in der Welt viel verändert. Präventative Ein- und Angriffe sind möglich geworden. Das reicht von der logistischen Sicherstellung in Somalia und an der Adriaküste, über selektive ECR-Tornado-Einsätze in Restjugoslawien bis zur Bombardierung von Serbien. Die Bundeswehr ist bei NATO-Kampfeinsätzen dabei. Früher hätte sich das keiner erlaubt. Es hat sich also einiges in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik verändert. In der heißesten Zeit des Kalten Krieges war der Frieden offensichtlich sicherer.

Jeder führt heute Krieg, wenn er meint, daß seine ökonomischen Interessen eingeschränkt oder gefährdet werden und keine anderen Mittel zur Wahrnehmung seiner Interessen zur Verfügung stehen.

Nach der Besichtigung des Ausstellungsteiles gingen wir in einen Nebenraum. Dort hatten die Gastgeber für einen kleinen Imbiss den Tisch gedeckt. Ich kannte ja das Ritual. In der Sowjetarmee und in der Flotte hielt man bei solchen Anlässen kürzere oder längere Tischreden und trank dabei. So sollte es auch hier sein. Ich übersetzte im Wechsel mit einem zivilen Dolmetscher der Sowjets. Zuerst stellten sich die sowjetischen Offiziere vor – dabei waren immerhin der Stabschef und der Politstellvertreter der Division. Dazu gehörten auch der Chef des Chemischen Dienstes der Division, der beim  Katastropheneinsatz in Tschernobyl beteiligt war, und ein Regimentskommandeur, der mit seiner Truppe viele Kampfeinsätze in Afghanistan geflogen hatte. Alle Offiziere besaßen den Dienstgrad Oberstleutnant.

Anschließend stellten sich die Mitglieder der Unterstützungsgruppe vor. Kapitän Linde saß nun erstmals einem echten Politoffizier gegenüber. Was er dabei dachte, hat er mir nicht verraten. Sichtlich verwundert zeigte sich die sowjetische Seite, als Kapitän Eicke und Oberbootsmann Radtke im Gespräch über Dislozierung und taktische Zuordnung wissen ließen, daß sie recht gut über den Luftwaffenverband Bescheid wussten.

Dann begannen die Trinksprüche. Wir stießen mit Wodka »Smirnoff« an. Die westdeutschen Offiziere hielten sich beim Austrinken diskret zurück. Wir prosteten auf das Glück und den Frieden der deutschen und sowjetischen Völker, auf Gorbatschow, auf die Perestroika und auf den erfolgreichen Abzug der WGT aus Deutschland. Die Sowjets fühlten Anfang 1991 noch nicht die Aussituation, wie wir sie schon hinter uns und zum Teil noch vor uns hatten. Ein Jahr später werden sie ähnliche Empfindungen gehabt haben, als sie, einst  als Sieger nach Deutschland gekommen, nun dieses Land als Verlierer verließen und ihre Uniform ausziehen mussten. Obwohl nur als Dolmetscher fungierend, fragte ich den Politstellvertreter, welche Haltung denn die sowjetischen Offiziere beziehen, wenn sie jetzt an ihre ehemaligen Waffenbrüder aus der NVA denken oder über sie sprechen.

Weitestgehend waren sie für die Perestroika, für die Abrüstung, für den Friedensprozess und für die Wiedervereinigung Deutschlands. Doch es schwang immer noch etwas mit, wenn wir über das wiedervereinte, wirtschaftlich leistungsstarke und kulturell bedeutende Deutschland sprachen. So etwas hatte ich schon 15 Jahre zuvor in ähnlicher Form während meines sechsjährigen Studiums nicht selten gespürt.

Immer, wenn es um den Austritt aus dem Warschauer Pakt, die Auflösung der NVA und die Übernahme der ehemaligen Berufssoldaten dieser Armee in die Bundeswehr ging, klang ein Vorwurf mit, der zweifellos in Richtung Verrat und Desertation ging. Ausgesprochen wurde er nie. Meine Vermutung bestätigte sich. Das Offizierskorps sah uns zu diesem Zeitpunkt, trotz aller aktuellen und historischen Euphorie und vergangener Waffenbrüderschaft, als Abtrünnige.

Es war schon dunkel und kalt geworden, als wir aufbrachen. Es war mein letztes Treffen mit sowjetischen Waffenbrüdern.

Sicherheits- oder Spionagebericht?

Den Abzug der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland erlebte ich am Schreibtisch. Wöchentlich bekam ich einen Sicherheitsbericht auf den Tisch über die Aktivitäten und besonderen Vorkommnisse beim Abzug der sowjetischen Truppen. Warum ich diesen Bericht bekam, weiß ich nicht, er war in keiner Weise eingestuft, also nicht geheim. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, einen Spionagebericht in den Händen zu halten. Truppenstärken, konkrete Bezeichnungen der Einheiten, Truppenteile und Verbände und die genaue Anzahl der verlegten Kampftechnik waren detailliert aufgeschlüsselt und jede Besonderheit wurde extra bewertet. Früher wusste man, daß diese Truppe GSSD hieß, ungefähr eine halbe Million unter Waffen stehende Soldaten hatte und daß sie uneingeschränkte Freiheiten auf dem Territorium der ehemaligen DDR genoss. Genaueres wusste man nicht, ahnte es höchstens.

Nun las ich diese Informationen. Sie konnten nicht von einer kleinen Gruppe erstellt worden sein. Der gesamte Verlegungsprozeß WGT wurde flächendeckend beobachtet und analysiert. Da die sowjetische Seite zu keinem Zeitpunkt ihrer Stationierung über sich selbst berichtete, musste der neue Militärabwehrdienst offensichtlich schnell und nahtlos in den neuen Bundesländern arbeiten.

Mehrmals spürte ich das in den letzten Tagen meiner Dienstzeit. Ein Beispiel: Am 22. März 1991 meldeten sich drei Bundesmarineoffiziere aus dem Flottenkommando in Glücksburg bei der Unterstützungsgruppe. Da diese keine kompetente Auskunft geben konnte, wurde ich hinzugezogen. Zuerst ging es ganz allgemein um die Doppelstocklagerung der Raketen.

Oh, dachte ich mir, da seid ihr an der richtigen Stelle.

In der Volksmarine lagerten wir, seit der Einführung der Tarantul-1-Klasse (Projekt 1241), Raketen der Bereitschaftsstufe III, also konservierte Raketen der Typen P-15/P-15U und P-21/22, mit einem Huckepackverfahren in den Raketenhallen der RTA-6, der RTTB-18 und des KRR-18. Der Grund war ganz einfach. Vorauszusehen war, daß die Anzahl der in den Truppen- und Operativen Vorräten befindlichen Raketen durch die Einführung der kleinen Raketenschiffe in die Höhe schnellen, vorschriftsmäßiger Lagerplatz aber nicht vorhanden sein würde. Dem KVM und auch dem MfNV fehlten die finanziellen Mittel, um neue Raketenhallen zu bauen. Deshalb begannen die Stabsoberfähnriche Lutz und Domke aus der RTA-6 sowie ich, im Mai/Juni 1983 ein Doppellagerkonzept für Seezielraketen zu entwickeln. Im März 1994 hatten wir den Prototyp entwickelt, berechnet und hergestellt: die Huckepackvariante.

Am 7. Oktober 1984 kam das erste Schiff und damit der erste Kampfsatz an Raketen, vier weitere Schiffe folgten. Die Raketenbestände im KRR-18 wuchsen auf Grund der Indienststellung von vier weiteren SSR ebenfalls stark an. Je mehr Raketen P-21/22 in der 6. Flottille und im KRR-18 eintrafen, desto mehr setzte sich die Huckepackvariante als die beste der untersuchten Varianten durch.

Nun kamen die Bundesmarineoffiziere, ich vermute sie waren aus einem Operativen Stab des Flottenkommandos, und interessierten sich für die Doppelstocklagerung. Sie wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, daß sie einen der Erfinder vor sich hatten.

Naiv dachte ich anfangs, die werden bestimmt den gleichen Platzmangel haben, wenn sie die Raketen für ihre Untersuchungen irgendwo hinstellen müssen. Ich sagte zu den Herren: »Kommen Sie, wir gucken uns das mal vor Ort an. « Wir gingen zu einer der drei Raketenhallen, in der mehr als zwanzig Raketen im Huckepack standen. Im Gespräch erfuhr ich, daß sie bei der Aufarbeitung operativer Bewertungen erfahren hätten, daß taktische Seezielraketen im Doppelpack gelagert würden. Sie wollten nun wissen, ob die Sowjetflotte und die damaligen Verbündeten ihre Raketen ähnlich lagern würden. Wäre das so, müssten sie in allen satellitenmäßig erkundeten Lagerorten vermutlich mit der doppelten Anzahl von Seezielraketen rechnen. Nachdem ich einigermaßen den Hintergrund dieser Aktion verstanden hatte, erklärte ich den Bundesmarineoffizieren, daß ihre Annahmen nicht zuträfen.

Dieses Beispiel beweist aber, wie gezielt Informationen aus Dokumenten der NVA und der Volksmarine in kürzester Zeit selektiert, bewertet und untersucht wurden und operativ-taktische Analysen auslösten.

Die letzten Januartage verliefen in grauer Unbedeutsamkeit, ich fasse meine Erinnerungen kommentarlos zusammen:

  1. Januar 1991. Unser Dienststellenelektriker, Herr Beckendorf, verlässt uns am heutigen Tag. Sein neuer Arbeitsort ist die Bundeswehrkaserne in Sanitz. Zwar haben wir keinen Fachmann mehr, aber darauf können wir verzichten. Arbeitsplatzerhalt geht vor. Oberbootsmann Keil, der wegen seiner Fußverletzung über den 31. Dezember 1990 weiterverwendet wurde und lange Zeit im Lazarett in Hamburg lag, erhält seine Kündigung zum 31. März 1991. Unglücklich humpelt er davon.

Ein KIPS und ein Diko werden nach Eckernförde abgeführt. KIPS bezeichnet den gesamten Gerätekomplex, der in den Spezialaufbauten von zwei geländegängigen Lkw des Typs Sil-131 montiert und zur Kontrolle und Überprüfung der Raketentyps P-21/22 notwendig war. Beide Spezialaufbauten enthielten Mess- und Prüfapparaturen unterschiedlichster Zweckbestimmung, um unter feldmäßigen Bedingungen die Seezielraketen zu überprüfen und in einen verschußklaren Zustand zu bringen. Damalige Herstellungskosten dieses sowjetischen Gerätekomplexes: 801.610 transferable Rubel, also 2,2 Millionen DM. Zwei dieser Komplexe befanden sich im KRR.

Der Diko ist eine auf einem geländegängigen Lkw Typ W-50 LA/A montierte Dieselkompressorstation aus DDR-Produktion, deren letzte Verdichtungsstufe Luft mit einem vorgeschriebenen Taupunkt bis auf 350 bar komprimiert. Diesen Luftdruck brauchten wir für verschiedene Funktionen der Rakete.

  1. Januar 1991. Heute gehen zwölf Raketenzielsuchköpfe »Snegir« auf die Reise in die Wehrtechnische Dienststelle 71, Eckernförde-Surendorf. Ein dringend benötigtes Steuerpult Typ DK 101 S für die Zielsuchlenkanlage wird mit dem Pkw hinterhergefahren.

Beide Radschlepper vom Typ ZT-304, die bei uns den innerbetrieblichen Transport der Raketen sicherstellten, werden nach Böhlendorf gefahren, ins zukünftige Marinetransportbataillon.

Da die Weiterverwendung der Startrampen gegenwärtig noch ungeklärt ist, halten wir sie in einer wochenweisen Fahrbereitschaft. Wir fahren sie innerhalb der Technischen Zone, überprüfen alle Funktionen und beseitigen alle auftretenden Mängel und Fehler. In der nächsten Woche prüfen wir die nächste. Zusätzlich führen wir bei einer SSR die vorgeschriebene Wartung Nr. 2/3 durch.

  1. Januar 1991. Aufräumen des Nahausbildungsgeländes. 11 Uhr Vereidigung von Kapitänleutnant Brennecke als Saz-2, diesmal im Marinekommando Rostock. Vorbereitung von VS-Dokumenten für ausländische Verbündete.
  2. Januar 1991. Abgabe von zwei Hängern HL-50/80. Regierungsoberinspektor Knuth beabsichtigt die Angestellten des Verpflegungsdienstes, Frau Düwel, Frau Herfter und Frau Engler, in seinen Standort nach Heide mitzunehmen, um ihnen die Gegebenheiten des Verpflegungsdienstes innerhalb der Bundeswehrverwaltung vor Ort anschaulich zu erklären.

Heute Nachmittag findet eine spezialfachliche Beratung mit Vertretern der WTD-91 statt. Vom ehemaligen KRR nehmen Kapitänleutnant Hösel, Oberleutnant Walter und Hauptbootsmann Höne teil. Anschließend nahmen die Meppener noch drei P-21 und zwei P-22 mit. Wir stoßen auf Hauptbootsmann Szillats 30. Geburtstag an.

Wir bereiten die nächste Entlassungswelle  Anfang Februar 1991 vor. Diesmal trifft es die Zivilbeschäftigten. Die Struktur der Bundeswehr befand sich zu dieser Zeit in der mittleren Planungsphase. Niemand konnte Auskunft geben, welche Dienststellen zu welchem Zweck erhalten bleiben sollten. Erste Planungsergebnisse über die Aufstellung der Dienststellen im Verantwortungsbereich des Marinekommandos Rostock wurden zum 19. März 1991 bekannt. Selbst da war noch nichts in Sack und Tüten.

48 – Gvardejskoje Aviazijonnoje Sojedinenije – Gardeluftwaffenverband. In Damgarten war die 16. Jagdfliegerdivision, die im Bestand der 16. Luftarmee handelte, diese Division hatte drei Regimenter mit je 40 Kampfflugzeugen. Eines dieser Regimenter und der Stab der Division befanden sich in Damgarten.

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