Mai 2026

„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten.
Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“
Egon Bahr

Dieses bekannte Zitat stammt von dem deutschen SPD-Politiker und ehemaligen Bundesminister Egon Bahr (1922–2015), einem Architekten der deutschen Ostpolitik. Er äußerte diesen Satz am 3. Dezember 2013 während eines Gesprächs mit Schülern im Friedrich-Ebert-Haus Heidelberg, um eine realpolitische Sichtweise auf internationale Beziehungen zu verdeutlichen, bei der nationale Interessen vor Ideologien stehen.

Kernaussage: Bahr betonte, dass in der Außenpolitik Interessen (Sicherheit, Wirtschaft, Macht) das primäre Handeln von Staaten bestimmen, nicht moralische Werte wie Menschenrechte oder Demokratie.
Realpolitik: Seine Aussage unterstreicht die realpolitische Perspektive, wonach Staaten in einem anarchischen internationalen System primär ihr eigenes Überleben und ihre Vorteile sichern müssen.
Kontext: Auch wenn Menschenrechte universell sind, wird in der internationalen Politik oft pragmatisch zwischen moralischen Prinzipien und strategischen Notwendigkeiten abgewogen.

Egon Bahr wollte damit darauf hinweisen, dass die Rhetorik von Politikern oft Ideale vorschiebt, während das Handeln von Staatsinteressen geleitet wird.