Gefechtsausbildung

Extrem war diese Organisation bei der Kfz-Ausbildung. Hier wurden praktisch aus allen Bereichen des KRR-18 Ausbildungsgruppen gebildet. Diese Ausbildung wurde generell in Verantwortung des Stellvertreters des Kommandeurs für Technik und Ausrüstung, Kapitänleutnant, später Korvettenkapitän und Fregattenkapitän, Hans-Jürgen Galda, durchgeführt. Über die Kompetenz des Stellvertreters für TA wurde bereits hinreichend berichtet. Mit Stolz kann Fregattenkapitän H.-J. Galda behaupten, dass er wesentlich zur Gewährleistung der Mobilität des Regiments während seiner gesamten Dienstzeit beigetragen hat. Er war von allen Stellvertretern des Kommandeurs des KRR-18 der Einzige, der von der Indienststellung bis zur Auflösung im Regiment diente! Die Spezialausbildung auf Raketentechnischem Gebiet wurde in Verantwortung des Stellvertreters für Raketenbewaffnung durchgeführt. Für die einzelnen Spezialrichtungen fungierten als Ausbilder die jeweiligen Spezialisten des Bereichs. Ähnlich war es bei den Rückwärtigen Diensten.

Zur Spezialausbildung gehörte unter anderem die Pionierausbildung. Sie beinhaltete die Ausbildung des Personals zur Schaffung von Schutzeinrichtungen, z.B. Schützengräben oder Deckungen für die SSR und Kfz, unter Nutzung der natürlichen Geländebeschaffenheit sowie das Tarnen der Technik mit eigenen Mitteln. Diese Aufgaben wurden im Gelände, also meistens während der Taktischen Ausbildung durchgeführt. Stark eingeschränkt waren wir allerdings dabei durch das Fehlen eines eigenen Übungsgeländes und die Forderung, Flurschäden bei der Ausbildung unbedingt zu vermeiden. Die Pionierkräfte des Regiments und der Küstenraketenabteilungen, ausgerüstet mit der Pioniermaschine „BAT-M”, wurden deshalb zentral in Prora auf der Insel Rügen ausgebildet. Dort hatten sie die Möglichkeit, Sand von links nach rechts zu schieben, ohne dass Schaden entstand. Hier „tobten” sich die Kräfte jährlich einmal während eines Feldlagers kräftig aus. Natürlich existierten Normen, die vom gesamten Personal abzulegen waren, wie z.B. das Tarnen der Kraftfahrzeuge mit den strukturmäßigen Tarnsätzen.

Dass sich bei der Ausbildung an der Raketentechnik insgesamt keine ernsthaften Vorkommnisse ereigneten, ist das Ergebnis einer exakten Organisation. Immerhin hatte man es mit hochexplosiven Gefechtsteilen, mit deren Zündeinrichtungen, mit feuergefährlichen Ladungen für das Feststofftriebwerk, mit explosiven Pyroladungen und Patronen sowie nicht zuletzt mit hochgiftigen und ätzenden Flüssigkomponenten des Raketentriebwerks zu tun. Das Beherrschen und unbedingte Einhalten der Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit solchen Stoffen bildeten eine Grundvoraussetzung für das Handeln einer großen Anzahl von Angehörigen des Regiments. Letztendlich wurde dieses Wissen offensichtlich mit Erfolg in der Spezialausbildung vermittelt.

Spezialausbildung an einem Schnittmodell der Rakete „P-21“

In diesem Zusammenhang erinnere ich noch einmal daran, dass die gesamte Ausbildung an der Gefechtstechnik durchgeführt werden musste, da weder Kabinette noch Lehrgefechtstechnik zur Verfügung standen. Erst später wurde mit der Errichtung einer Lehrbasis begonnen und das wiederum in Eigenleistung.

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