Weitere Arbeiten

Jahr 2011: In diesem Jahr erfolgten keine weiteren Arbeitseinsätze. Die Umbauarbeiten im Museum waren für dessen Leitung jetzt sicher vorrangig.

Juli 2012: Eine Dreiergruppe der Gruppe „Rubesh“ plus meine Frau nahmen an der Gestaltung der langen Museumsnacht teil. Ohne die Technik zu bewegen, konnten über Beamer und Leinwand Filme gezeigt werden und über Mikrofon und Lautsprecher wurden von Klaus-Peter Gödde Erläuterungen dazugegeben. Im Halbstundentakt wurde alles wiederholt. Die Besucher zeigten viel Interesse an der Großtechnik.

 

Wie schon zu vorhergehenden Veranstaltungen konnten wir den Besuchern auch Informationsmaterial in Text und Bild anbieten. Diese Flyer werden natürlich von uns selbst erstellt und finanziert.

September 2012: Vorbereitung auf den „Tag der offenen Albertstadt“. Wie immer ein bis zwei Tage vorher die Anreise. Die Technik wird aus der Halle auf das Freigeländer verlegt. Alle für die Vorführung benötigten Systeme werden geprüft und die „Rubesh“ noch mal auf Hochglanz gebracht. Diesmal spielt die Technik problemlos mit. Die Gasturbine läuft tadellos, der Funkmessmast und der Raketencontainer funktionieren. Die Besucher können kommen.

Leider zeichnete sich in diesem Jahr und bei dieser Vorführung schon ein Wandel in der Gruppe „Rubesh“ des Fördervereins des MHM ab. Einer unserer drei Kraftfahrer verließ den Verein und damit auch die Gruppe. Die freiwilligen Teilnehmer an Einsätzen im MHM an der „Rubesh“ werden weniger. Zur Vorführung fuhr Frank H. die Startrampe im weißen Hemd. Diese Tradition stammt noch aus unseren aktiven Zeiten. Am letzten Tag ihrer Dienstzeit liefen die Berufssoldaten in weißer Bluse. Für den Rest der Gruppe bedeutete dies nichts Gutes. Ohne ausgebildeten Kraftfahrer auch keine Bewegung der Startrampe mehr. Sicher liegt das auch am zunehmenden Alter der Gruppe. In den Diskussionen auch mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Militärtechnik wurde immer mehr Kritik am Museum und seiner Leitung laut. Die sonst so gut organisierte Unterstützung des MHM ist irgendwie nicht mehr vorhanden. Im neu entstehenden Hauptgebäude des Museums ist von NVA kaum noch etwas zu sehen. Es scheint, als will man langsam aber gezielt unsere Geschichte totschweigen. Die Großtechnik der NVA ist, bis auf ein paar gepanzerte Fahrzeuge auf dem Freigelände, unter Verschluss und für den normalen Museumsbesucher nicht erreichbar. Bei Veranstaltungen, wie die „Museumsnacht“ oder der „Tag der offenen Albertstadt“ werden die Tore zwar geöffnet aber das sind nur wenige Stunden für viel zu viele interessierte Besucher.

Ob das, Wirklichkeit wird oder nur eine vorübergehende Erscheinung ist, zeigt die Zeit.

Jahr 2013: Auch in diesem Jahr erfolgten keine weiteren Wartungen.- oder Reparaturarbeiten. Die SSR 111 des Küstenraketenregiments 18 steht aufgebockt, warm und trocken in der Großtechnikhalle des militärhistorischen Museums der Bundeswehr.

Die Leitung des MHM scheint stolz auf das Erreichte zu sein. Die Angehörigen des Fördervereins, insbesondere die der AG “Rubesh” sind es nicht. Aber auch der Förderverein wandelt sich.

Schon in der Jahresmitteilung 2013, des “Fördervereins des MHM” an seine Mitglieder, wird die Arbeitsgruppe “Rubesh” nicht mehr erwähnt. Der Grund dafür ist die gewollte Inaktivität vonseiten des Museums. So jedenfalls betrachte ich diese Situation. Projekte kosten Geld. Das Projekt “Rubesh” wird als abgeschlossen betrachtet.

Oktober 2014: “Tag der offenen Albertstadt”

Noch einmal finden sich Mitglieder der Gruppe “Rubesh”, im militärhistorischen Museum der Bundeswehr zusammen um Ihre ehemalige Kampftechnik zu präsentieren. In diesem Jahr zeigte sich nun noch deutlicher als zuvor die anstehende Auflösung (?) der Arbeitsgruppe “Rubesh”. Keiner unserer verblieben zwei Kraftfahrer konnte (wollte???) sich an diesem Wochenende die Zeit nehmen, um nach Dresden zu fahren. Was dabei am meisten auf viel, die ehemaligen Angehörigen der SKA-Abteilung in unserer Gruppe, also die Rentner unter uns, waren zu 100 % anwesend. Die Ehemaligen des KRR-18 nur zu viert. Davon abgesehen, dass Bernd P. in beiden Einheiten diente.

Kurzfristig, nach Bekanntwerden wurde dem schon erstellten Flyer für diese Veranstaltung noch ein Beiblatt zugefügt. Damit wollten wir Abschied nehmen, von Fregattenkapitän a. D. Kurt Stippkugel, um dessen Verdienste und Leistungen bei der Aufstellung der 2. Generation der Küstenraketenkräfte der Volksmarine der NVA, in der Küstenraketenabteilung 18 zu würdigen.

Also, was können wir, ohne die Rampe bewegen zu können, dem interessierten Besucher bieten?

Wir improvisierten. Für alle wichtigen Funktionen des Raketenkomplexes “Rubesh” gibt es Havarievarianten. Zum Beispiel die Möglichkeiten den Motor des Basisfahrzeuges zu starten. Bei eigenen leeren Batterien konnte der Motor mit Druckluft angelassen werden oder durch Fremdeinspeisung mit Starthilfekabeln. Bei Ausfall der Hauptstromversorgung, also der Gasturbine, kann die SSR von einem Hilfsgenerator, der vom Motor des Basisfahrzeuges angetrieben wird mit Strom versorgt werden. Dieser liefert  220V~ auf 2 Phasen. Auch eine komplette Fremdeinspeisung war möglich. Dazu besaß das KRR-18, 1988 5 Flugzeuganlassgeräte (AG-3) die eigentlich zum Starten von Düsenjets benutzt wurden. Durch die Werkstatt des Bereichs RB erhielten diese Geräte (aufgebaut auf LKW W-50) entsprechende Kabel.- und Steckverbindungen. Auch die Regler der durch Gasturbine angetriebenen Generatoren der AG-3, wurden von Kerosin auf Diesel umgestellt. Die AG-3 wurden zur Einsparung von Turbinenstunden der Gefechtstechnik angeschafft und genutzt um damit deren Einsatzdauer zu verlängern. Bei Reparaturen oder regelmäßigen Wartung waren die AG-3 immer im Einsatz. Die dritte und letzte Variante stellte immer eine manuelle Bedienung dar. Das Hydrauliksystem des Raketencontainers kann über eine Handpumpe betrieben und der Container selbst über ein Kurbelgetriebe gedreht werden. Auch der Funkmessmast lässt sich von Hand, aus.- und einfahren.

Diese Eigenschaften machten wir uns nun zu Nutze um wenigstens Andeutungsweise die Funktionen der einzelnen Bestandteile des Systems dem Besucher darstellen zu können.

Also drehten wir den Startcontainer. Leider störten jetzt die Stützpfeiler der Ausstellungshalle, so dass es wirklich bei der Andeutung der Funktion blieb. Die Deckel konnten wir aus Platzgründen nicht öffnen. Dafür kurbelten wir den Funkmessmast so hoch es ging. Es war sogar noch Druck auf dem Hydrauliksystem (Gerät-18) der Antenne, so dass uns der Reflektor nicht abkippte.

Das hat dann doch schon interessant ausgesehen. Mit Wort und Film stellten wir die Funktion, und den Sinn der Kampftechnik den Museumsbesuchern vor. Das Interesse war groß und über eine vorbereitete Trittleiter konnten die Besucher sogar  die extern beleuchtete Gefechtskabine betreten. Im Wechsel erläuterten wir die einzelnen Geräte und deren Funktion.

Wolfgang Mainka, der Modellbauer, präsentierte seine Modelle des Raketenkomplexes 4K87 “Sopka” auf einer Geländeplatte direkt hinter der “Rubesh” neben der Videowand. Auch hier war das Interesse der Besucher sehr groß.

Wieder eine Veranstaltung die wir als erfolgreich bewerten konnten. Die Zahl der Museumsbesucher wurde von der Leitung als hoch eingeschätzt. Ein Großteil fand den Weg in die Ausstellungshalle Nr. 28 und verweilte staunend und interessiert vor “unserer” ehemaligen Kampftechnik.

Keiner von uns ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass diese Veranstaltung für die Gruppe “Rubesh” des Fördervereins des MHM der Bundeswehr e.V. wahrscheinlich die letzte gewesen ist. Gut gelaunt verließen wir am Sonntagvormittag die sächsische Landeshauptstadt in Richtung Heimat. Die letzten von uns waren zum Abendbrot wieder zu Hause.